Dienstleistung · CPV 71351914
Bauvorbereitende archäologische Ausgrabungen (VAM) sowie archäologische Baubegleitung (ABB) im Projekt SuedOstLink, hier: Einzelabruf Nr. 11
TenneT TSO GmbH
Leistungsbeschreibung
Worum geht es?
Die im Zuge der Grabungen festgestellte Anzahl und Komplexität der archäologischen Befunde war bei Vertragsschluss nicht vorhersehbar. Die nunmehr vorgefundenen umfangreichen Befunde aus prähistorischen Epochen sowie der römischen Kaiserzeit, die hohe Befunddichte von über 400 dokumentierten Befunden in einem Cluster sowie die schwierigen geologischen Verhältnisse durch kolluviale Überlagerungen gingen deutlich über die ursprünglich zugrunde gelegten Annahmen hinaus. Darüber hinaus zeigte sich während der Ausführung der Leistungen, dass die tatsächlichen Befundlagen in mehreren Clustern einen erheblich höheren Aufwand verursachen als ursprünglich prognostiziert. Die große Anzahl und wissenschaftliche Bedeutung der aufgedeckten Befunde führten zu einem deutlich erhöhten Personalbedarf. Erschwerend kam hinzu, dass sich über älteren Siedlungsstrukturen kolluviale Schichten abgelagert hatten, wodurch archäologische Befunde sowohl oberhalb als auch unterhalb dieser Schichten auftraten. Die daraus resultierende Bearbeitung in mehreren Plana sowie die teilweise sehr gute Funderhaltung und die schwierigen Bergungsumstände machten zusätzliche Freilegungs-, Dokumentations- und Untersuchungsleistungen erforderlich. Auch die Erforderlichkeit zusätzlicher Untersuchungen in Bereichen, die erst nach Abtrag der Mieten zugänglich werden, insbesondere im Bereich des Urnengräberfriedhofs in einem weiteren Cluster, konnte bei Vertragsschluss nicht vorgesehen werden. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass dort weitere archäologische Befunde freigelegt werden müssen, deren Untersuchung zusätzlichen Leistungsbedarf auslösen kann. Die sich nun ergebenden Mehrleistungen sind ausschließlich auf die tatsächlichen archäologischen Verhältnisse vor Ort zurückzuführen, die erst im Rahmen der Ausführung festgestellt werden konnten. Es ist ausschließlich die Fortführung und Erweiterung bereits beauftragter archäologischer Untersuchungs-, Dokumentations- und Ausgrabungsleistungen betroffen. Der Gesamtcharakter des ursprünglichen Auftrags bleibt unverändert. Die zusätzlichen Personalstunden sowie die Mehrungen der begleitenden Positionen sind notwendig, um die festgestellten Befunde fachgerecht freizulegen, zu dokumentieren, wissenschaftlich auszuwerten und die für die Bauausführung erforderliche Baufreiheit herzustellen. Ohne die Durchführung dieser Leistungen können die gesetzlichen denkmal- und fachbehördlichen Anforderungen nicht erfüllt und weitere Bauabläufe nicht sichergestellt werden. Aus den vorgenannten unvorhergesehenen als auch technischen Gründen wurden die Mehrmengen an den bisher beauftragten Dienstleister vergeben. Zudem ist zu nennen, dass sich das bayerische Landesamt für Denkmalpflege aus fachlicher Sicht dagegen ausgesprochen hat, die Erweiterung der Fläche durch einen neuen Dienstleister bearbeiten zu lassen. Die zusätzlichen Leistungen sind untrennbar mit den bereits erbrachten Leistungen der derzeit beauftragten archäologischen Fachfirma verbunden. Die laufende Grabung basiert auf einer einheitlichen Dokumentations‑, Befund‑ und Datenstruktur, die während der Maßnahme kontinuierlich fortgeschrieben wird.